Geschäftsführergehalt: So viel dürfen Sie sich wirklich auszahlen

Dieser Artikel erklärt die steuerlich Gestaltung des Geschäftsführergehalts und warum der Grenzsteuersatz und die Beherrschungsverhältnisse über die Sinnhaftigkeit von Gehaltsextras entscheiden.
2.11.26
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Inhaltsverzeichnis

Kurz & knapp

  • Bedarfsanalyse: Das ideale Gehalt deckt den privaten Lebensstandard, ohne unnötige Steuerlast zu erzeugen.
  • 30%-Grenze: Übersteigt Ihr persönlicher Grenzsteuersatz 30 %, lohnt sich das Belassen von Gewinnen in der GmbH.
  • Minijob-Hürde: Beherrschende Gesellschafter-Geschäftsführer können rechtlich keinen Minijob in der eigenen Firma führen.
  • Fremdvergleich: Alle Gehaltsabsprachen müssen einem Check durch das Finanzamt standhalten.
  • Liquidität: Ein zu hohes Gehalt entzieht der GmbH Kapital für wichtige Reinvestitionen.

Die Frage nach dem richtigen Gehalt ist für viele GmbH-Geschäftsführer ein Balanceakt.

Zahlt man sich zu viel aus, freut sich das Finanzamt über eine hohe Einkommensteuer.

Zahlt man zu wenig, verschenkt man unter Umständen private Freibeträge oder gefährdet die eigene Liquidität.

Die magische 30 % Grenze bei der Steuer

Eine GmbH wird pauschal mit etwa 30 % besteuert (Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer).

Sobald Ihr persönlicher Grenzsteuersatz – also die Steuer auf den nächsten verdienten Euro – über dieser Marke liegt, wird jede weitere Gehaltserhöhung steuerlich teurer als die Thesaurierung in der GmbH.

Viele Unternehmer machen den Fehler, sich „aus dem Bauch heraus“ ein zu hohes Gehalt zu zahlen.

Oft zeigt eine genaue Kalkulation, dass ein geringeres Gehalt ausreicht, besonders wenn bereits Sachbezüge oder ein Firmenwagen über die Gesellschaft laufen.

Das gesparte Geld kann dann innerhalb einer Holding-Struktur deutlich effektiver investiert werden.

Minijob für Gesellschafter-Geschäftsführer?

Ein beliebter Mythos ist der Minijob in der eigenen GmbH.

Hier ist Vorsicht geboten: Ein Minijob ist nur möglich, wenn eine abhängige Beschäftigung vorliegt.

Das bedeutet im Umkehrschluss: Wer 50 % oder mehr der Anteile hält oder eine Sperrminorität besitzt, gilt als beherrschender Gesellschafter.

In diesem Fall erkennt das Finanzamt einen Minijob in der Regel nicht an.

Fremdgeschäftsführer ohne Anteile können hingegen problemlos auf Minijob-Basis arbeiten.

Wer hier versucht, durch künstliche Konstruktionen Steuern zu sparen, riskiert eine verdeckte Gewinnausschüttung, die bei einer Betriebsprüfung sehr teuer werden kann.

Struktur schlägt Bauchgefühl

Ein optimales Geschäftsführergehalt orientiert sich an Ihrem echten Bedarf und der steuerlichen Effizienz Ihrer Struktur.

Halten Sie Verträge immer fremdüblich und prüfen Sie regelmäßig, ob eine Gewinnbeteiligung (Tantieme) sinnvoller ist als ein fixes Gehalt.

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Häufige Fragen & Antworten

Warum sollte ich Geld lieber in der GmbH lassen?

Innerhalb der GmbH oder einer Holding unterliegt das Kapital nur der niedrigen Ertragsbesteuerung von ca. 30 %, was mehr Liquidität für Reinvestitionen lässt.

Was passiert bei einem zu hohen Gehalt?

Neben der hohen privaten Steuerlast kann das Finanzamt ein unangemessen hohes Gehalt als verdeckte Gewinnausschüttung werten, was zu Steuernachzahlungen führt.

Kann ich als 100 % Gesellschafter einen Minijob haben?

Nein, das ist rechtlich nicht möglich, da Sie als beherrschender Gesellschafter nicht als weisungsgebundener Arbeitnehmer im Sinne der Sozialversicherung gelten.

Was ist der wichtigste Wert für die Gehaltsentscheidung?

Der Grenzsteuersatz ist entscheidend. Er gibt an, wie hoch die Steuerbelastung für den nächsten Euro Gehalt ist, und sollte mit dem Steuersatz der GmbH (ca. 30 %) verglichen werden.

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