Die richtige Rechtsform für Immobilieninvestoren

Rechtsform entscheidet über 15% bis 45% Steuern. Vergleich: Privatvermögen, GmbH & Familienstiftung für Immobilien. Jetzt informieren!
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Inhaltsverzeichnis

Kurz & knapp

  • Rechtsform entscheidet über Steuerlast von 15% bis 45%
  • Gewerbliche Strukturen: Bis zu 45% Steuern, kein steuerfreier Verkauf
  • Privatvermögen: 45% laufend, aber steuerfreier Verkauf nach 10 Jahren
  • Vermögensverwaltende GmbH: Nur 15% laufend, aber kein steuerfreier Verkauf
  • Familienstiftung: 15% laufend UND steuerfreier Verkauf nach 10 Jahren

Die richtige Rechtsform für Immobilieninvestoren

Kaum ein Immobilieninvestor hat sich wirklich Gedanken gemacht, welche Rechtsform für seine persönlichen Ziele die sinnvollste ist. Und das ist tragisch – denn die Rechtsform entscheidet nicht nur über Ihre laufende Steuerlast, sondern auch über Ihre Flexibilität und Ihren Gestaltungsspielraum.

Die Unterschiede in der Besteuerung sind gigantisch. Wer hier nichts gestaltet, zahlt am Ende zehntausende Euro zu viel.

Warum die Wahl der Rechtsform so entscheidend ist

Viele starten mit dem ersten oder zweiten Investment im Privatvermögen und denken: „Läuft doch." Doch mit zunehmender Anzahl an Einheiten oder steigendem Mietüberschuss kommt irgendwann die Frage: Mache ich das steuerlich überhaupt richtig?

In den meisten Fällen lautet die ehrliche Antwort: Nein.

Die 4 Rechtsformen im Überblick

1. Gewerbliche GmbH & Co. KG (Die Steuerfalle)

Hier lauert die größte Steuerfalle:

  • Laufende Einkünfte: Bis zu 45% Einkommensteuer
  • Beim Verkauf: Nochmal bis zu 45% Steuern
  • Kein steuerfreier Verkauf nach 10 Jahren möglich

Viele rutschen hier ungewollt rein – etwa durch eine Betriebsaufspaltung – und merken es erst, wenn es zu spät ist.

Diese Strukturen sollten Sie, wenn es steuerlich möglich ist, unbedingt meiden oder auflösen. Sie sind schlichtweg steuerlich unattraktiv.

2. Privatvermögen oder vermögensverwaltende GbR

Hier wird es schon besser:

  • Laufende Besteuerung: Bis zu 45%
  • Aber: Immobilienverkäufe nach 10 Jahren steuerfrei

Ideal für Buy-and-Hold-Investoren mit Exit-Strategie. Sie zahlen zwar viel auf die Mieteinnahmen, können aber nach 10 Jahren Gewinne steuerfrei realisieren.

3. Vermögensverwaltende GmbH

Diese Variante wird oft als „heilige Lösung" verkauft:

  • Laufende Besteuerung: Nur 15% Körperschaftsteuer
  • Beim Verkauf: Ebenfalls 15%
  • Aber: Kein steuerfreier Verkauf möglich

Gut für Buy-and-Hold, weniger gut für Exit-Strategien. Die dauerhaft geringe Steuerlast bringt Ihnen einen riesigen Liquiditätsvorteil.

4. Die Familienstiftung (Die Königslösung)

Die Familienstiftung kombiniert die Vorteile der Kapitalgesellschaft mit denen der Privatperson:

  • Laufende Besteuerung: Nur 15% Körperschaftsteuer
  • Verkauf nach 10 Jahren: Steuerfrei
  • Keine Gewerbesteuer auf Vermietung
  • Volle Kontrolle über das Vermögen
Das ist ein Gamechanger – besonders bei größeren Portfolios. Mit der Steuerreform sinkt die Körperschaftsteuer für Stiftungen sogar auf 10%.

Vergleich: Steuerlast nach Rechtsform

Steuervergleich: Rechtsformen für Immobilien

Rechtsform Laufende Steuer Verkauf nach 10 J.
Gewerbliche GmbH & Co. KG bis 45% bis 45%
Privatvermögen / GbR bis 45% steuerfrei
Vermögensverw. GmbH 15% 15%
Familienstiftung 15% steuerfrei

Ab wann lohnt sich eine GmbH oder Stiftung?

Rechnen wir mit 5.000 € Mehrkosten durch den Steuerberater pro Jahr. Die Steuerersparnis beträgt bis zu 30 Prozentpunkte (Differenz 45% zu 15%).

5.000 € ÷ 30% = ca. 17.000 € Mietüberschuss

Ab einem zu versteuernden Mietüberschuss von 17.000 € macht es Sinn, sich mit einer GmbH oder Stiftung zu beschäftigen.

Das Mindestkapital bei einer Familienstiftung beträgt ca. 100.000 €. Wirtschaftlich sinnvoll ist es ab 500.000 € – aber auch bei 250.000 € kann es sich lohnen, wenn Sie planen, weiter Vermögen aufzubauen.

Fazit: Die richtige Struktur spart zehntausende Euro

Wer sich mit Immobilien beschäftigt, muss sich mit der richtigen Rechtsform auseinandersetzen. Die Unterschiede in der Besteuerung sind gigantisch.

Ob privat, vermögensverwaltende GbR, GmbH oder Stiftung – jede Struktur hat ihre Vor- und Nachteile. Entscheidend ist, dass Sie wissen, wofür Sie welche nutzen.

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Häufige Fragen & Antworten

Warum ist die gewerbliche GmbH & Co. KG eine Steuerfalle?

Bei einer gewerblichen GmbH & Co. KG mit Immobilien zahlen Sie bis zu 45% auf laufende Einkünfte UND beim Verkauf nochmals bis zu 45%. Ein steuerfreier Verkauf nach 10 Jahren ist nicht möglich. Viele rutschen durch eine Betriebsaufspaltung ungewollt in diese Struktur.

Was ist eine vermögensverwaltende GmbH?

Eine vermögensverwaltende GmbH hält und vermietet Immobilien, ohne gewerblich tätig zu sein. Der Vorteil: Nur 15% Körperschaftsteuer auf Mieteinnahmen statt bis zu 45% im Privatvermögen. Der Nachteil: Beim Verkauf werden auch 15% fällig, ein steuerfreier Verkauf nach 10 Jahren ist nicht möglich.

Ab welchem Mietüberschuss lohnt sich eine Immobilien-GmbH?

Ab einem zu versteuernden Mietüberschuss von ca. 17.000 € pro Jahr macht es Sinn, sich mit einer GmbH oder Stiftung zu beschäftigen. Die Steuerersparnis übersteigt dann die Mehrkosten für die Buchhaltung.

Welche Rechtsform ist für Immobilieninvestoren am besten?

Das hängt von Ihren Zielen ab: Privatvermögen bietet steuerfreien Verkauf nach 10 Jahren, aber hohe laufende Steuern. Die vermögensverwaltende GmbH hat nur 15% laufende Steuern, aber keinen steuerfreien Verkauf. Die Familienstiftung kombiniert beides: 15% laufend UND steuerfreier Verkauf nach 10 Jahren.

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