Zinslose Darlehen an Tochterfirmen: Steuerfalle oder legales Mittel?

Zinslose Darlehen an Tochterfirmen können steuerliche Risiken bergen. Erfahren Sie, warum betriebliche Gründe eine Gewinnerhöhung verhindern können.
2.11.26
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Inhaltsverzeichnis

Kurz & knapp

  • Fremdvergleich: Finanzämter fordern bei Konzerndarlehen meist marktübliche Zinsen und Sicherheiten.
  • Gewinnerhöhung: Fehlen diese Bedingungen, droht eine fiktive Erhöhung des steuerlichen Gewinns.
  • Wirtschaftliche Gründe: Betriebliche Motive wie Standortsicherung können zinslose Darlehen rechtfertigen.
  • Rechtsprechung: Das Finanzgericht Saarland stärkt aktuell die Position der Steuerpflichtigen.
  • Dokumentation: Eine saubere Begründung der betrieblichen Interessen ist für Prüfungen essenziell.

In der Praxis ist es üblich, dass Muttergesellschaften ihren Tochterfirmen finanziell unter die Arme greifen.

Doch was betriebswirtschaftlich sinnvoll ist, führt beim Finanzamt oft zu Diskussionen.

Der Vorwurf: Ein fremder Dritter würde niemals Geld ohne Zinsen oder Sicherheiten verleihen.

Der Fremdvergleich als steuerlicher Prüfstein

Das Finanzamt legt bei Geschäften zwischen verbundenen Unternehmen den Maßstab des Fremdvergleichs an.

Wenn Sie Ihrer Tochterfirma ein Darlehen geben, wird geprüft, ob die Konditionen denen einer Bank entsprechen.

Fehlen Zinsen, unterstellt die Behörde oft eine verdeckte Einlage oder will den Gewinn der Muttergesellschaft fiktiv erhöhen, um die entgangenen Zinseinnahmen zu besteuern.

Das Urteil: Wann wirtschaftliche Vernunft die Steuer korrigiert

Ein aktueller Fall vor dem Finanzgericht Saarland gibt Unternehmern nun Rückenwind.

Eine deutsche Firma hatte ihren Tochtergesellschaften im Ausland zinslose Darlehen gewährt, um Produktionskosten zu senken.

Das Gericht entschied, dass dies zulässig ist, wenn wirtschaftliche Gründe im Vordergrund stehen.

In diesem Fall diente das Kapital dazu, den gesamten Konzern stabil zu halten und effizienter zu produzieren – ein legitimes betriebliches Interesse, das nichts mit Steuervermeidung zu tun hat.

Fazit: Handeln Sie rechtssicher

Zinslose Darlehen im Konzern sind möglich, aber riskant.

Da das Thema aktuell noch beim Bundesfinanzhof zur endgültigen Entscheidung liegt, sollten Sie bestehende oder geplante Verträge genau prüfen lassen.

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Häufige Fragen & Antworten

Warum fordert das Finanzamt Zinsen für Konzerndarlehen?

Grundlage ist der Fremdvergleichsgrundsatz. Das Amt möchte verhindern, dass Gewinne durch zinslose Zahlungen steuerfrei zwischen Gesellschaften verschoben werden.

Welche Beweise brauche ich für wirtschaftliche Gründe?

Sie sollten dokumentieren, welchen operativen Vorteil die Muttergesellschaft durch die Unterstützung der Tochter hat, etwa die Sicherung von Lieferketten oder Kostenvorteile.

Gilt das Urteil des Finanzgerichts Saarland für alle Firmen?

Es ist ein wichtiges Indiz, aber noch nicht höchstrichterlich durch den Bundesfinanzhof bestätigt. Eine Einzelfallprüfung ist daher weiterhin notwendig.

Was passiert, wenn mein Darlehen als nicht fremdüblich eingestuft wird?

In diesem Fall rechnet das Finanzamt dem Gewinn der Muttergesellschaft fiktive Zinseinnahmen hinzu, was zu einer Steuernachzahlung führt.

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