UG oder GmbH? Die Wahrheit über die 1-Euro-Gründung

Steuern sind komplex – wir machen sie einfach. In diesem Beitrag bereiten wir für Sie die wichtigsten Insights aus unserem aktuellen YouTube-Video kompakt und verständlich auf.
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Inhaltsverzeichnis

Kurz & knapp

  • UG-Gründung ab 1 € möglich, aber durch Notar- und Registerkosten droht sofortige Überschuldung.
  • Thesaurierungspflicht: Bei der UG müssen 25 % des Gewinns zwingend als Rücklage einbehalten werden.
  • Teure Umwandlung: Der Wechsel von UG zu GmbH kostet später oft 3.000 € bis 5.000 €.
  • Image-Faktor: Die GmbH genießt bei Banken und Kunden ein deutlich höheres Ansehen.
  • Empfehlung: Wer 12.500 € aufbringen kann, sollte fast immer direkt die GmbH wählen.

Viele Gründer stehen am Anfang vor der entscheidenden Frage: Reicht eine UG (haftungsbeschränkt) oder muss es direkt die GmbH sein?

Die UG lockt mit dem Versprechen, ein Unternehmen mit nur einem Euro Stammkapital zu gründen.

Das klingt verlockend, doch in der Praxis entpuppt sich der vermeintliche Spar-Weg oft als teure Sackgasse.

Warum der günstige Start mit der „Mini-GmbH“ Sie später tausende Euro und viele Nerven kosten kann, erklären wir Ihnen hier.

Die 1-Euro-Lüge: Warum der Start teurer ist als gedacht

Rein rechtlich können Sie eine UG mit 1 € Stammkapital gründen.

Doch die Realität sieht anders aus: Allein die Kosten für den Notar und die Eintragung im Handelsregister belaufen sich auf ca. 500 € bis 700 €.

Das Problem: Wenn Ihre Firma nur 1 € Kapital hat, aber sofort 500 € Kosten verursacht, ist sie rechnerisch sofort überschuldet.

Das birgt nicht nur steuerliche Risiken, sondern gefährdet im schlimmsten Fall Ihre persönliche Haftungsbeschränkung.

Seriös startende Unternehmer sollten daher auch bei einer UG mit mindestens 1.000 € bis 2.000 € Startkapital planen.

Die Gewinn-Bremse: Die gesetzliche Rücklage

Ein entscheidender Nachteil der UG gegenüber der GmbH ist die sogenannte Thesaurierungspflicht.

Während Sie bei einer GmbH frei über Ihre Gewinne entscheiden können, ist die UG gesetzlich dazu verpflichtet, 25 % des jährlichen Gewinns in eine Rücklage einzustellen.

  • Sie können nicht frei über Ihr verdientes Geld verfügen.
  • Sie „sparen“ sich zwangsweise Ihre eigene GmbH zusammen.
  • Diese Pflicht endet erst, wenn das Stammkapital die Schwelle von 25.000 € erreicht hat.

Die Umwandlungsfalle: Zweimal zahlen für das gleiche Ziel

Viele Gründer denken: „Ich fange klein mit der UG an und mache später eine GmbH daraus.“

Technisch ist das möglich, aber finanziell oft unsinnig.

Die Umwandlung einer UG in eine GmbH ist kein einfacher Federstrich, sondern ein komplexer Prozess:

  1. Aktuelle Bilanz: Sie benötigen einen sauberen Abschluss.
  2. Werthaltigkeitsnachweis: Häufig ist ein teures Gutachten eines Wirtschaftsprüfers nötig.
  3. Notarielle Beurkundung: Ein neuer Gesellschafterbeschluss und die Anmeldung beim Handelsregister stehen an.

Kostenpunkt: Rechnen Sie mit 3.000 € bis 5.000 € allein für den Umwandlungsprozess.

Das ist im Grunde eine „Zweitgründung“. Wer von vornherein die GmbH wählt, spart sich diesen bürokratischen und finanziellen Kraftakt.

Vergleich: UG vs. GmbH im Überblick

Merkmal
UG (haftungsbeschränkt)
GmbH
Mindestkapital
Ab 1 €
25.000 € (12.500 € bei Gründung)
Gewinnverwendung
25 % Pflicht-Rücklage
Frei verfügbar
Image / Bonität
Oft geringer (Start-up-Charakter)
Hoch (etablierter Standard)
Gründungskosten
Geringer (ca. 500 € – 1.000 €)
Mittel (ca. 1.500 € – 2.500 €)
Folgekosten
Hoch durch spätere Umwandlung
Keine (da bereits GmbH)

Wann lohnt sich was?

Die UG ist nur dann eine Option, wenn Sie absolut kein Kapital zur Verfügung haben oder ein kleines Projekt mit geringem Risiko unter Ausschluss der persönlichen Haftung testen wollen.

Sobald Sie jedoch professionell auftreten, mit Banken verhandeln oder größere Kunden gewinnen möchten, ist die GmbH die deutlich bessere Wahl.

Sie sparen sich die verpflichtende Rücklage und die massiven Folgekosten der Umwandlung.

Denken Sie daran: Gründen Sie smart, nicht kompliziert.

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Häufige Fragen & Antworten

Was bedeutet die Thesaurierungspflicht bei der UG?

Du musst jedes Jahr 25 % des Gewinns als Rücklage einbehalten, bis 25.000 € Stammkapital erreicht sind. Über diesen Teil des Geldes kannst Du nicht frei verfügen.

Wie teuer ist die Umwandlung von UG zur GmbH?

Die Umwandlung kostet in der Praxis meist 3.000–5.000 € (Bilanz, Gutachten, Notar, Handelsregister). Das ist oft teurer als direkt eine GmbH zu gründen.

Ist eine UG mit 1 € Stammkapital wirklich sinnvoll?

Rechtlich ja, praktisch nein. Durch Notar- und Registerkosten ist die UG mit 1 € faktisch sofort überschuldet. Realistisch solltest Du mindestens 1.000–2.000 € einplanen.

Wann sollte ich direkt eine GmbH gründen?

Sobald Du 12.500 € aufbringen kannst, professionell auftreten willst oder mit Banken und größeren Kunden arbeitest, ist die GmbH fast immer die bessere Wahl.

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