Betriebsimmobilie kaufen: Warum die richtige Struktur über Ihr Vermögen entscheidet

Betriebsimmobilie kaufen: Warum die operative GmbH die schlechteste Wahl ist und wie Sie durch Holding-Strukturen von 15 % Steuern profitieren. Jetzt rechtzeitig planen!
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Inhaltsverzeichnis

Kurz & knapp

  • Operative GmbH vermeiden: Kaufen Sie die Immobilie niemals direkt über Ihre operative Firma (Insolvenzrisiko & kein steuerfreier Verkauf).
  • Ehegatten-Modell: Ermöglicht steuerfreien Verkauf nach 10 Jahren, führt aber zu hoher Steuerlast (bis 42 %) auf Mieteinnahmen.
  • Steuersatzgefälle nutzen: Eine Holding-Struktur mit Tochter-VV-GmbH ermöglicht eine Besteuerung der Miete von nur 15 %.
  • Betriebsaufspaltung: Ein gefährliches Steuerkonstrukt, das durch die richtige Gestaltung (z. B. Holding) vermieden werden kann.
  • Haftungsschutz: Trennen Sie das wertvolle Immobilienvermögen immer vom riskanten operativen Geschäft.

„Das Haus gehört Ihnen, bis Sie die Rechnung vom Finanzamt bekommen. Dann gehören Sie dem Haus.“

Dieses Zitat verdeutlicht, wie kritisch die Wahl der Rechtsform beim Kauf einer Betriebsimmobilie ist.

Wer hier ohne Plan agiert, riskiert im schlimmsten Fall sein gesamtes Immobilienvermögen oder zahlt über Jahrzehnte massiv zu viele Steuern.

Die operative GmbH: Ein riskantes Versteck für Immobilien

Viele Unternehmer kaufen die Immobilie intuitiv direkt über ihre bestehende GmbH.

Das ist aus zwei Gründen fast immer ein Fehler:

  1. Haftungsrisiko: Gerät Ihre GmbH in Schieflage oder Insolvenz, ist die Immobilie Teil der Haftungsmasse und somit verloren.
  2. Steuernachteil: Gewinne aus einem späteren Verkauf der Immobilie sind innerhalb der GmbH niemals steuerfrei – auch nicht nach 10 Jahren. Zudem wird der Verkauf der gesamten GmbH durch die enthaltene Immobilie oft unnötig verkompliziert.

Das Ehegatten-Modell: Fokus auf den steuerfreien Exit

Eine beliebte Alternative ist der Kauf durch den Ehepartner, der das Gebäude an die GmbH vermietet.

  • Vorteil: Nach 10 Jahren Haltefrist kann die Immobilie komplett steuerfrei verkauft werden. Zudem lässt sich so oft eine ungewollte Betriebsaufspaltung vermeiden.
  • Nachteil: Die Mieteinnahmen fließen in das Privatvermögen und müssen dort mit dem persönlichen Steuersatz (bis zu 42 % zzgl. Soli) versteuert werden. Das bremst den Liquiditätsaufbau für weitere Investitionen massiv aus.

Die VV-GmbH unter der Holding: Das 15 %-Steuersatzgefälle

Für viele Unternehmer ist die Kombination aus Holding und vermögensverwaltender GmbH (VV-GmbH) die Königslösung.

Hierbei hält die Holding eine separate Immobilien-GmbH als Tochtergesellschaft.

Der Clou beim Steuersatzgefälle:

  • Die operative GmbH zahlt Miete an die VV-GmbH. Diese Miete mindert den Gewinn der operativen GmbH, der normalerweise mit ca. 30 % versteuert würde.
  • In der VV-GmbH wird diese Mieteinnahme dank der erweiterten Gewerbesteuerkürzung jedoch nur mit 15 % Körperschaftsteuer belastet.

Sie verschieben also Geld innerhalb Ihrer Struktur und sparen dabei effektiv 15 % Steuern auf jeden Euro Miete.

Da beide Firmen unter der Holding als „Schwestergesellschaften“ agieren, wird zudem das Risiko einer Betriebsaufspaltung minimiert.

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Der Kauf einer Betriebsimmobilie ist eine Entscheidung für Jahrzehnte.

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Häufige Fragen & Antworten

Was ist die erweiterte Gewerbesteuerkürzung?

Dies ist ein steuerliches Privileg für Unternehmen, die ausschließlich eigenen Grundbesitz verwalten. In diesem Fall wird der Gewinn von der Gewerbesteuer befreit, sodass lediglich die 15 % Körperschaftsteuer anfallen.

Lohnt sich eine VV-GmbH auch für eine einzelne Immobilie?

Das hängt von der Mietrendite und Ihren langfristigen Plänen ab. Da eine GmbH laufende Kosten (Bilanz, Buchhaltung) verursacht, lohnt sich dieses Modell meist erst ab einem gewissen Volumen oder wenn durch das Steuersatzgefälle innerhalb einer Holding-Struktur hohe Ersparnisse erzielt werden.

Kann ich eine Immobilie nach 10 Jahren in einer GmbH steuerfrei verkaufen?

Nein. Die 10-Jahres-Frist für den steuerfreien Verkauf gilt ausschließlich für Immobilien im Privatvermögen. Innerhalb einer GmbH (oder VV-GmbH) unterliegen Veräußerungsgewinne immer der Besteuerung, unabhängig von der Haltedauer.

Was ist eine Betriebsaufspaltung und warum ist sie gefährlich?

Eine Betriebsaufspaltung entsteht, wenn eine Person oder Personengruppe sowohl das Vermietungsunternehmen als auch das operative Unternehmen beherrscht. Die Folge: Die Immobilie wird steuerlich zum Betriebsvermögen, was den steuerfreien Verkauf nach 10 Jahren unmöglich macht und bei Beendigung zu massiven Steuerzahlungen führt.

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