Stiftungsvokabular: Die wichtigsten Begriffe erklärt

Stifter, Destinatär, Erbersatzsteuer: Die wichtigsten Stiftungsbegriffe einfach erklärt. Verstehen Sie die Welt der Familienstiftung. Jetzt lesen!
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Inhaltsverzeichnis

Kurz & knapp

  • Stifter: Gründer der Stiftung, bringt Vermögen ein
  • Destinatäre: Begünstigte, die Leistungen aus der Stiftung erhalten
  • Erbersatzsteuer: Alle 30 Jahre fällige Steuer auf Stiftungsvermögen
  • Grundstockvermögen muss erhalten bleiben, Verbrauchsvermögen kann verwendet werden
  • Die Satzung ist das zentrale Regelwerk der Stiftung

Stiftungsvokabular: Die wichtigsten Begriffe erklärt

Stifter, Destinatär, Erbersatzsteuer – wenn Sie sich mit Stiftungen beschäftigen, begegnen Ihnen viele Fachbegriffe. Wir erklären die wichtigsten Begriffe, die Sie kennen müssen.

Die Personen und Rollen

Der Stifter

Das ist die Person, die die Stiftung gründet und das Vermögen einbringt. Der Stifter legt in der Satzung fest, wofür die Stiftung da ist und wer davon profitieren soll.

Der Stifter kann selbst Vorstand der Stiftung sein und damit die Kontrolle über das Vermögen behalten.

Die Destinatäre

Das sind die Begünstigten der Stiftung – also die Personen, die Leistungen aus der Stiftung erhalten. Bei einer Familienstiftung sind das typischerweise die Familienmitglieder.

Der Kreis der Destinatäre wird in der Satzung festgelegt und kann sehr unterschiedlich definiert sein:

  • Nur direkte Nachkommen
  • Ehepartner eingeschlossen
  • Weitere Verwandte

Der Stiftungsvorstand

Die Stiftung braucht jemanden, der sie leitet – das ist der Vorstand. Der Stifter kann selbst Vorstand sein.

Der Vorstand:

  • Trifft alle wichtigen Entscheidungen
  • Vertritt die Stiftung nach außen
  • Verwaltet das Stiftungsvermögen
  • Entscheidet über Ausschüttungen an Destinatäre

Das Vermögen

Das Stiftungsvermögen

Das ist das Kapital, das in die Stiftung eingebracht wird. Es kann bestehen aus:

  • Immobilien
  • Geld und Wertpapiere
  • Unternehmensanteile
  • Anderen Vermögenswerten

Grundstockvermögen vs. Verbrauchsvermögen

Eine wichtige Unterscheidung:

  • Grundstockvermögen muss erhalten bleiben und darf nicht aufgebraucht werden
  • Verbrauchsvermögen kann für den Stiftungszweck verwendet werden
Das Grundstockvermögen ist das Fundament der Stiftung. Die Erträge daraus finanzieren die Ausschüttungen an die Destinatäre.

Die rechtlichen Grundlagen

Der Stiftungszweck

Jede Stiftung braucht einen Zweck. Bei einer Familienstiftung ist das typischerweise die Versorgung der Familie, zum Beispiel:

  • Finanzielle Unterstützung der Nachkommen
  • Ausbildungsförderung
  • Absicherung im Alter

Die Satzung

Das ist das Regelwerk der Stiftung. Sie legt fest:

  • Wer Destinatär ist
  • Wer im Vorstand sitzt
  • Wie Entscheidungen getroffen werden
  • Wie Ausschüttungen erfolgen
  • Was bei Auflösung passiert

Die Satzung ist sehr wichtig und sollte sorgfältig erstellt werden. Änderungen sind später nur schwer möglich.

Die Stiftungsaufsicht

Stiftungen werden von der Stiftungsaufsicht der jeweiligen Bundesländer überwacht. Die prüft:

  • Ob die Stiftung ihren Zweck erfüllt
  • Ob das Vermögen ordnungsgemäß verwaltet wird
  • Ob die Satzung eingehalten wird

Die steuerlichen Begriffe

Die Erbersatzsteuer

Alle 30 Jahre simuliert der Staat einen Erbfall auf das Stiftungsvermögen. Die Steuerlast liegt typischerweise bei 2 bis 5 Prozent des Vermögens.

Das ist der Preis für die laufenden Steuervorteile der Stiftung. Bei einer Familienstiftung mit Immobilien stehen dem gegenüber:

  • 30 Jahre lang nur 15% statt 45% auf Mieten
  • Steuerfreie Immobilienverkäufe nach 10 Jahren

Stiftungsvokabular auf einen Blick

Begriff Bedeutung
Stifter Gründer der Stiftung
Destinatär Begünstigter der Stiftung
Stiftungsvorstand Leitung der Stiftung
Grundstockvermögen Muss erhalten bleiben
Erbersatzsteuer Alle 30 Jahre fällig
Satzung Regelwerk der Stiftung

Fazit: Die Begriffe kennen, Stiftung verstehen

Wer die wichtigsten Begriffe versteht, kann Stiftungen besser einordnen und die richtigen Fragen stellen.

Wenn Sie sich für eine Familienstiftung interessieren, sollten Sie sich von einem Experten beraten lassen, der alle diese Begriffe nicht nur kennt, sondern auch weiß, wie man sie optimal gestaltet.

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Häufige Fragen & Antworten

Was ist ein Destinatär?

Destinatäre sind die Begünstigten einer Stiftung – also die Personen, die Leistungen aus der Stiftung erhalten. Bei einer Familienstiftung sind das typischerweise die Familienmitglieder. Der Kreis wird in der Satzung festgelegt.

Was ist der Unterschied zwischen Grundstockvermögen und Verbrauchsvermögen?

Grundstockvermögen muss erhalten bleiben und darf nicht aufgebraucht werden – es ist das Fundament der Stiftung. Verbrauchsvermögen kann hingegen für den Stiftungszweck verwendet werden, z.B. für Ausschüttungen an Destinatäre.

Kann der Stifter selbst Vorstand der Stiftung sein?

Ja, der Stifter kann selbst Vorstand sein und damit die volle Kontrolle über das Stiftungsvermögen behalten. Er kann auch gleichzeitig Destinatär (Begünstigter) sein.

Was regelt die Stiftungssatzung?

Die Satzung ist das zentrale Regelwerk der Stiftung. Sie legt fest: Wer Destinatär ist, wer im Vorstand sitzt, wie Entscheidungen getroffen werden, wie Ausschüttungen erfolgen und was bei Auflösung passiert. Änderungen sind später nur schwer möglich.

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