Holding mit Liquidität versorgen: Zwei bewährte Strategien für Ihren Vermögensaufbau

Kurz & knapp
- Zwei Hauptwege: Gewinnausschüttung oder Managementvertrag mit der Holding
- Gewinnausschüttung: 1,5% Steuerbelastung mit NV-Bescheinigung möglich
- Managementvertrag: Konstanter monatlicher Cashflow, aber keine NV-Bescheinigung
- Vorsteuerabzug bei Managementverträgen nur bei berechtigen Gesellschaften
- Individuelle Abwägung der Vor- und Nachteile entscheidend
Holding-Liquidität strategisch optimieren
Sie haben eine Holdingstruktur aufgebaut und möchten nun über Ihre Holding-Gesellschaft investieren und Vermögen aufbauen? Dann stehen Sie vor der zentralen Frage: Wie können Sie Liquidität aus Ihrer operativen Gesellschaft effizient an Ihre Holding übertragen?
Als aktive Steuergestalter zeigen wir Ihnen zwei bewährte Strategien mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen auf. Die richtige Wahl hängt von Ihrer individuellen Situation und Ihren Zielen ab.
Die zwei Hauptstrategien im Überblick
Strategie 1: Gewinnausschüttung mit steuerlicher Optimierung
Der klassische Weg führt über eine Gewinnausschüttung nach Fertigstellung des Jahresabschlusses. Haben Sie einen Gewinn festgestellt, können Sie per Gesellschafterbeschluss einen bestimmten Betrag an Ihre Holding ausschütten.
Die steuerliche Behandlung:
- Gewinnausschüttungen sind zu 5% steuerpflichtig
- Steuersatz in der Holding: 15% Körperschaftsteuer plus ca. 15% Gewerbesteuer
- Effektive Steuerbelastung: 30% von 5% = nur 1,5%
Wichtiger Hinweis: Zunächst müssen 25% Kapitalertragsteuer ans Finanzamt abgeführt werden, die Sie sich über die Jahressteuererklärung zurückholen müssen.
Die Lösung: Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung)
Mit einer NV-Bescheinigung können Sie diese Zwischenfinanzierung vermeiden. Das Finanzamt verzichtet auf die 25%-Vorabbelastung, sodass direkt nur die effektiven 1,5% Steuern abgeführt werden müssen.
Voraussetzungen für die NV-Bescheinigung:
- Reine Finanz- oder vermögensverwaltende Holding
- Keine operative Dienstleistung an Tochtergesellschaften
Strategie 2: Managementvertrag für kontinuierlichen Cashflow
Die alternative Strategie sieht vor, dass Sie als Gesellschafter-Geschäftsführer einen Anstellungsvertrag mit Ihrer Holding abschließen. Die Holding erbringt dann Managementdienstleistungen für die operative Gesellschaft.
So funktioniert's:
- Abschluss eines Managementvertrags zwischen Holding und operativer Gesellschaft
- Monatliche Honorarrechnungen der Holding an die operative Gesellschaft
- Bei vorsteuerabzugsberechtigten Gesellschaften: Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehbar (siehe DATEV Unternehmen Online)
- Aus der erhaltenen Liquidität wird Ihr Gehalt in der Holding bezahlt
- Überschüssige Liquidität steht für Investitionen zur Verfügung
Der Haken: Bei einem Managementvertrag ist keine NV-Bescheinigung mehr möglich. Zusätzliche Gewinnausschüttungen würden wieder die 25%-Vorabbelastung auslösen.
Gewinnausschüttung vs. Managementvertrag
Kriterien im Überblick
| Kriterium | Gewinnausschüttung | Managementvertrag |
|---|---|---|
| Cashflow-Timing | Jährlich nach Jahresabschluss | Monatlich konstant |
| Steuerbelastung | 1,5% (mit NV-Bescheinigung) | Je nach Ausgestaltung variabel |
| NV-Bescheinigung | ✅ Möglich | ❌ Nicht möglich |
| Vorsteuerabzug | Nicht relevant | ✅ Bei berechtigten Gesellschaften |
| Voraussetzungen | Reine Holding-Tätigkeit | Operative Dienstleistung erforderlich |
| Planbarkeit | Gewinnabhängig | Konstant planbar |
Welche Strategie passt zu Ihnen?
Wählen Sie die Gewinnausschüttung, wenn:
- Sie eine reine Finanz-Holding betreiben möchten
- Steueroptimierung Ihre oberste Priorität ist
- Sie mit jährlichen Liquiditätszuflüssen gut planen können
- Sie die Voraussetzungen für eine NV-Bescheinigung erfüllen
Entscheiden Sie sich für den Managementvertrag, wenn:
- Sie kontinuierlichen monatlichen Cashflow benötigen
- Ihre operative Gesellschaft vorsteuerabzugsberechtigt ist
- Sie aktiv Managementdienstleistungen erbringen möchten
- Planungssicherheit wichtiger als maximale Steueroptimierung ist
Expertenrat: Beide Strategien haben ihre Berechtigung. Die optimale Wahl hängt von Ihrer individuellen Situation, Ihren Investitionszielen und der Struktur Ihrer Unternehmensgruppe ab.
Maßgeschneiderte Lösungen für Ihren Erfolg
Die Liquiditätsversorgung Ihrer Holding ist ein wichtiger Baustein für erfolgreichen Vermögensaufbau. Ob Gewinnausschüttung mit NV-Bescheinigung oder Managementvertrag – beide Wege bieten Vorteile, die sorgfältig gegeneinander abgewogen werden sollten.
Als Ihre aktiven Steuergestalter entwickeln wir gemeinsam mit Ihnen die optimale Strategie für Ihre spezifische Situation. Von der steuerlichen Optimierung bis zur langfristigen Vermögensplanung – wir begleiten Sie partnerschaftlich auf Ihrem Weg.
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Häufige Fragen & Antworten
Was sind die verschiedenen Arten von Liquidität in Unternehmen?
Liquiditätsarten lassen sich nach Herkunft und Verwendung klassifizieren:
- Betriebsliquidität: Aus laufendem Geschäftsbetrieb
- Investitionsliquidität: Aus Veräußerung von Anlagevermögen
- Finanzierungsliquidität: Aus Krediten oder Kapitalmaßnahmen
- Strategische Liquidität: Für geplante Akquisitionen oder Investitionen
In Holdingstrukturen ist die Umwandlung von Betriebsliquidität der Töchter in strategische Liquidität der Holding das primäre Ziel.
→ Mehr dazu in unserer Übersicht “GmbH & Holding Strukturen”
Wie hoch sollte die Liquidität in einer Holding-Gesellschaft sein?
Die optimale Liquiditätshöhe einer Holding hängt von verschiedenen Faktoren ab: geplante Investitionen, Risikoverteilung, Beteiligungsstruktur und steuerliche Aspekte. Als Faustregel empfehlen wir, ausreichend Liquidität für geplante Investitionen plus eine Reserve für unvorhergesehene Chancen bereitzuhalten. Eine zu hohe Liquiditätshaltung kann steuerlich nachteilig sein, während zu wenig Liquidität Investitionsmöglichkeiten einschränkt.
Welche Liquiditätsgrade gibt es und was bedeuten sie für Holdingstrukturen?
Die drei Liquiditätsgrade bewerten die Zahlungsfähigkeit unterschiedlich:
- Liquidität 1. Grades (Barliquidität): Verhältnis von Kasse/Bank zu kurzfristigen Verbindlichkeiten
- Liquidität 2. Grades (Einzugsliquidität): Zusätzlich kurzfristige Forderungen einbezogen
- Liquidität 3. Grades (Umlaufliquidität): Gesamtes Umlaufvermögen berücksichtigt
Für Holdings sind besonders die Grade 1 und 2 relevant, da sie die schnelle Verfügbarkeit von Mitteln für Investitionen widerspiegeln.
Was bedeutet operative Liquidität und wie unterscheidet sie sich von anderen Liquiditätsarten?
Operative Liquidität bezeichnet die verfügbaren Geldmittel, die ein Unternehmen aus seinem laufenden Geschäftsbetrieb generiert. Im Gegensatz zu Liquidität aus Finanzierungsaktivitäten (Kredite, Kapitalerhöhungen) oder Investitionstätigkeiten (Verkauf von Anlagen) stammt operative Liquidität direkt aus dem Kerngeschäft. Diese Unterscheidung ist besonders bei Holdingstrukturen wichtig, da hier die operative Liquidität der Tochtergesellschaften strategisch an die Muttergesellschaft übertragen werden soll.
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